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Studie zu Grenztoten wird präsentiert

Marienborn, den 15.08.2017

Wie viele Menschen an der innerdeutschen Grenze gestorben sind, war lange unklar. Jetzt wird in Marienborn eine neue Studie vorgestellt.

 

Ergänzt wird die Präsentation durch eine Begleitstudie, die sich speziell dem Thema „Repression gegen Flüchtlinge und Ausreiseantragsteller im Bezirk Magdeburg“ zugewandt hat. „Die von uns in Auftrag gegebene Untersuchung staatlicher Maßnahmen gegen Menschen, die aus der DDR fliehen oder ausreisen wollten, erweitert den Blick auf das DDR-Grenzregime und verdeutlicht dessen Auswirkungen in der Region“, heißt es dazu von der Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt.

Die Studie sei Teil des umfangreichen Projekts des Forschungsverbundes SED-Staat, dessen diverse Einzelbeiträge später in einem separaten Begleitband erscheinen sollen.

 

Das im Juni 2017 erschienene biographische Handbuch des Forschungsverbundes SED-Staat der Freien Universität Berlin gebe Aufschluss über die Frage, wie hoch die Zahl der Opfer an der innerdeutschen Grenze tatsächlich war und welche Schicksale sich mit diesem Kapitel der jüngeren deutschen Geschichte verbänden.

Demnach sind an der rund 1400 Kilometer langen Grenze mindestens 327 Männer, Frauen und Kinder aus Ost und West getötet worden. Nicht berücksichtigt seien hierbei die Toten an der Berliner Mauer, die gesondert erfasst worden sind.

Das von 2012 bis 2017 dauernde Forschungsprojekt ist von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien gemeinsam mit den Bundesländern Hessen, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt gefördert worden.

Vortrag in der Gedenkstätte

Nähere Erläuterungen zum vorliegenden Forschungsstand gibt Projektleiter Dr. Jochen Staadt am Donnerstag, 17. August, in der Gedenkstätte Marienborn.

Die Begleitstudie der Landesstiftung wird im Anschluss Kerstin Dietzel, Professorin für Sozialpädagogik an der Fachhochschule Clara Hoffbauer in Potsdam, erörtern. Nach den Vorträgen besteht Gelegenheit zu Diskussion und Gedankenaustausch. Es handelt sich um eine öffentliche und kostenfreie Veranstaltung, Beginn ist um 17 Uhr.

Die Veranstaltung ist eine Kooperation der Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt/Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn mit der Beauf-tragten des Landes Sachsen-Anhalt zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt.

 

Foto: Die ehemalige Grenzbefestigungen in Hötensleben. Hier steht das längste Stück Mauer im Originalzustand entlang der einstigen innerdeutschen Grenze. Foto: dpa

 

Text: Ronny Schoof - Volksstimme

 

 

Foto: Vorschaubild zur Meldung: Studie zu Grenztoten wird präsentiert