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Archäologen graben bei Marienborn

Marienborn, den 08.08.2018

Bei einer archäologischen Grabung im Bischofswald bei Marienborn wurde ein Grabhügel erforscht. Die Anlage soll zugänglich gemacht werden.

 

Im Jahr 1928 grub Carl Engel vom Museum Magdeburg im Bischofswald von Marienborn einen Grabhügel aus und entdeckte darin eine aus großen Sandsteinplatten und Trockenmauerwerk bestehende Grabkammer, die er vollständig ausräumte. Jetzt forschten wieder ehrenamtliche Bodendenkmalpfleger des Landesamtes in der Geschichte der Menschheit.

Seit 2014 finden an dieser Steinkiste jährliche Schulungsgrabungen für ehrenamtliche Mitarbeiter des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie statt. „Dabei soll zum einen der Aufbau des Hügels und der Grabkammer geklärt werden. Ziel ist, zum Abschluss der Ausgrabung die verkippten und inzwischen entnommenen Steinplatten wieder einzubauen und die Anlage gefahrlos im Rahmen des archäologisch-historischen Wanderwegs Marienborn zugänglich zu machen“, sagte Grabungsleiterin Dr. Barbara Fritsch vom Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt.

Hügel stammt aus der Jungsteinzeit

Erste Ergebnisse der Ausgrabungen zeigten einen zweiphasigen Aufbau des Hügels, der mit den beiden neolithischen Bestattungsphasen (um 3300 v. Chr. bzw. um 2600 v. Chr.) in Zusammenhang gebracht werden kann.

Die diesjährige Ausgrabung im Bischofswald fand vom 28. Juli bis zum 5. August statt. Zwischen 15 und 20 ehrenamtliche Mitarbeiter nahmen an unterschiedlichen Tagen daran teil. In diesem Jahr wurden vor allem Dokumentationsarbeiten wie Zeichnungen, Vermessung der Grabkammer und Fotodokumentation durchgeführt, erklärte Barbara Fritsch. Außerdem vertieften die Hobbyarchäologen die Grabungsschnitte weiter, um die Hügelbasis zu erfassen.

Ein Grabungsschnitt konnte vollständig abgeschlossen und anschließend wieder verfüllt werden. Die Dokumentation der Grabkammer und der zweite Hügelschnitt werden im kommenden Jahr abgeschlossen und verfüllt beziehungsweise die Kammer rekonstruiert, kündigte die Grabungsleiterin an.

Megalithgräber werden sichtbar gemacht

Weiterhin wurden mit Hilfe der ehrenamtlichen Bodendenkmalpfleger zwei weitere Megalithgräber (Großsteingräber) in der Nachbarschaft in einer Entfernung von 50 beziehungsweise 100 Metern von Laub und Ästen befreit und sichtbar gemacht.

Anschließend konnten beide Anlagen dokumentiert, vermessen und fotografiert werden. Bei diesen beiden Gräbern (Marienborn Fundplatz 4 und 6) handelt es sich wie bei den Opfersteinen, die ebenfalls Teil des archäologisch-historischen Wanderwegs Marienborn sind, um teilweise eingetiefte Großsteingräber mit Decksteinen aus Knollenquarzit und Grabhügeln. „Diese sind nun sehr gut erkennbar und begehbar“, freut sich Barbara Fritsch über die erfolgreiche Arbeit im Bischofswald.

 

Foto: Ehrenamtliche Bodendenkmalpfleger waren im Bischofswald bei Marienborn im Einsatz. Dort wurde im Jahr 1928 ein bedeutender Grabhügel entdeckt. Foto: Barbara Müller

 

Text: Mathias Müller - Volksstimme

 

 

 

Foto: Vorschaubild zur Meldung: Archäologen graben bei Marienborn