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Sagenhafter Rundkurs geplant

Sommersdorf, den 18.02.2017

Auf den Spuren eines Räubers soll man künftig wandeln können. Das zumindest plant die Sommersdorfer "AG Tour".

 

Einen starken Partner, der die Realisierung des Projekts mittragen will, hat die AG Tour bereits gefunden: „Wir haben einen Förderantrag bei der Bürgerstiftung Ostfalen eingereicht“, erklärt AG-Mitglied Reinhard Duckstein, „und die Stiftung hat zugesichert, jede eingehende Spende zu verdoppeln. Wer uns also unterstützt, hilft uns gleich zweifach.“ Insgesamt würden rund 5000 Euro für das Vorhaben samt Routenplanung, GPS-Track, Beschilderung und Dokumentation benötigt.

„Der RRW“, so Duckstein weiter, „soll der nächste Baustein der Sagenhaften Wege im Lappwald sein. Als AG, die auch die Gemeinde Sommersdorf in der Tourismus- gemeinschaft Elm-Lappwald vertritt, haben wir uns dazu entschlossen, die Ablösung der Wegenummern in Elm und Lappwald durch Themenwege gleichlaufend in den Gemeinden Sommersdorf und Harbke fortzusetzen.“

Räuberhöhlen sind Ausflugsziele

In Abstimmung mit dem Arbeitskreis Lappwald soll der RRW letztlich aus zwei Rundkursen bestehen – dem jetzt konkret geplanten auf Sachsen-Anhalt-Seite, sowie einem weiteren auf niedersächsischer. „Auf diese Weise werden wir auch den geschichtlich belegten Streifzügen des Räuberhauptmanns als Grenzgänger gerecht“, so Duckstein.

Räuber Rose hieß mit bürgerlichem Namen Carl Wallmann. Er wurde 1816 in Helmstedt geboren. In den Dreißiger- und Vierzigerjahren des 19. Jahrhunderts erlangte er als Anführer einer ebenso dreisten wie „erfolgreichen“ Diebes- und Hehlerbande regionale Bekanntheit, gewissermaßen sogar Ruhm, Bewunderung und ein Stück Heldenverehrung, die sich durch überlieferte Legenden bis heute bewahrt hat. Den Lappwald, damaliger Grenzforst zwischen dem Herzogtum Braunschweig und der preußischen Provinz Sachsen, nutzte Wallmann alias Rose oft als Zufluchtsort. Die sagenumwobenen Räuberhöhlen sind bereits beliebte Ausflugsziele.

Spendenkonto – Bürgerstiftung Ostfalen, IBAN: DE92 2709 2555 3028 2616 01, Verwendungszweck: Räuberhauptmann-Rose-Weg

 

Geplante Stationen für den „Räuberhauptmann-Rose-Wanderweg“ (18 km)

Räuberhöhle Marienborn

ein begehbarer mittelalterlicher Felsenkeller im südlichen Ausläufer des Lappwalds, östlich von Marienborn

Räuberhöhle Harbke

 

mittelalterlicher Steinbruch mit Reiterrelief, das der Legende nach von Räuberhauptmann Rose stammt

 

Ortslage Harbke

ehemaliges Wohnhaus der Bäckerstochter Friederike Bokelberg, Roses Geliebte, in dem dessen endgültige Festnahme erfolgte

 

Gneisenaudenkmal

Mausoleum Gneisenaus zwischen Sommersdorf und Sommerschenburg mit Bezug zur Plünderung der provisorischen Gneisenauschen Gruft in Wormsdorf durch Roses Bande im Jahr 1835

 

Ortslage Sommerschenburg

Wohnort von Polizeikommissar Wilhelm Haberland; der Gesetzeshüter gilt als Dauerverfolger Roses, der ihn schlussendlich auch dingfest machen konnte

 

Ein zweiter Räuber-Rundweg könnte nach den Vorstellungen der AG Tour auf der niedersächsischen Seite des Lappwalds – bei und in Helmstedt, Roses Geburtsort – entstehen. Hier würden dann die Scharmützel mit der Polizei, Roses Haft und Abschiebung in die USA sowie die Legende um seine Flucht thematisiert. „Die Realisierung ist allerdings noch völlig offen“, so Reinhard Duckstein.

 

Foto: 360-Grad-Panorama der Räuberhöhle bei Marienborn, ein begehbarer Felsenkeller, der im Mittelalter angelegt worden ist. Davor befindet sich ein Rastplatz. Foto: Kay Zacharias

 

Text: Ronny Schoof - Volksstimme